Jahresthema 2026 des Netzwerks gegen Diskriminierung – Diskriminierung durch Digitalisierung

Jahresthema 2026 des Netzwerks gegen Diskriminierung – Diskriminierung durch Digitalisierung

Im Jahr 2026 stellt das Netzwerk gegen Diskriminierung das Thema „Diskriminierung durch Digitalisierung“ in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Ziel ist es, sichtbar zu machen, wie digitale Entwicklungen bestehende Ungleichheiten verstärken können – etwa beim Zugang zu Informationen, bei der Nutzung digitaler Angebote oder durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig möchten wir aufzeigen, wie Digitalisierung inklusiv, diskriminierungssensibel und barrierearm gestaltet werden kann, sodass alle Menschen gleichermaßen von ihr profitieren.
Im Rahmen des Jahresthemas sind Fach- und Aktionstage geplant. So findet am 24. Juni 2026 ein Fachtag im Vormittagsbereich im Kulturhaus Lÿz in Siegen statt. Geplant sind einführende Vorträge, die einen Überblick über zentrale Fragestellungen geben. Eine Podiumsdiskussion mit lokalen Akteur*innen aus Verwaltung, Beratungsstellen und Zivilgesellschaft soll unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und mögliche Handlungsansätze aufzeigen.
Am 10. Dezember 2026, dem Tag der Menschenrechte, ist eine öffentlichkeitswirksame Aktion geplant. Alle sind herzlich eingeladen, ihre Erfahrungen mit digitaler Diskriminierung zu teilen. Zudem informieren wir über Unterstützungs- und Beratungsangebote. Weitere Veranstaltungen werden im Laufe des Jahres auf unserer Homepage angekündigt.
Gemeinsam mit Netzwerkpartner*innen, Fachkräften und der Stadtgesellschaft möchten wir das Thema über das gesamte Jahr hinweg vertiefen und für digitale Diskriminierung sensibilisieren. Wenn Sie Ideen, Erfahrungen oder Interesse an einer Kooperation haben, freuen wir uns sehr über Ihre Kontaktaufnahme.
Details zu den Veranstaltungen und zur Mitwirkung folgen auf (analogen und digitalen) Kanälen des Netzwerks und der Netzwerkpartner*innen.

Netzwerk gegen Diskriminierung

Foto © J_Hennemann / pixabay.com
Aufruf zur Beteiligung an den Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026

Aufruf zur Beteiligung an den Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 stehen unter dem Motto „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ und finden vom 16. bis 29. März 2026 statt. Ziel der Aktionswochen ist es, ein starkes Zeichen für Respekt, Vielfalt und ein friedliches Miteinander zu setzen und gemeinsam Hass, Hetze und Ausgrenzung entgegenzutreten.
Auch in Siegen werden 2026 wieder zahlreiche Veranstaltungen rund um die Internationalen Wochen gegen Rassismus angeboten. Wir stellen das Programm zusammen und laden alle Akteur*innen herzlich ein, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen. Wer eine Idee oder ein Angebot für eine Veranstaltung hat, kann diese gern per E-Mail an mediathek@vaks.info senden. Das vollständige Rahmenprogramm wird Anfang März veröffentlicht – wir freuen uns auf viele engagierte Beiträge und ein starkes Zeichen für Menschenwürde und Zusammenhalt in Siegen.

 

Save the date:
26.03.2026
Lesung mit Veronica L. Amartey-Owusu: „Stille Kämpfe, starke Siege: Mein Sieg über Behinderung und Diskriminierung”

20. Ausgabe der „MiGazette“

20. Ausgabe der „MiGazette“

Editorial

Liebe Leser*innen,
die MiGazette feiert mit dieser Ausgabe ein besonderes Jubiläum: Dies ist die mittlerweile 20. Ausgabe unserer Zeitschrift. Dadurch, dass sie zwei Mal pro Jahr erscheint, dürfen wir gleichzeitig das zehnjährige Bestehen unseres Redaktionsteams feiern. Darauf sind wir durchaus stolz.
Unser Jubiläum wollen wir aber auch nutzen, um die Zeitschrift leicht zu überarbeiten. Diese Ausgabe stellt eine Etappe dazu dar.
Unser Wunsch ist es, näher an euch Leser*innen zu sein—der damit verbundene Wechsel vom Siezen zum Duzen ist hoffentlich für alle hier in Ordnung.
Unsere Zeitschrift soll weiter den Blick auf tolle Veranstaltungen des vergangenen Jahres richten—wir wollen aber auch mit Fokus auf die Gegenwart und auf die Zukunft schreiben. So findet ihr in dieser Zeitschrift neue Kategorien, die uns in der Auswahl der Artikel und im Schreibprozess bereits etwas geholfen haben.
Neben einem deutlich kürzeren Rückblick auf das vergangene halbe Jahr werdet ihr künftig regelmäßige Updates im Bereich Integration lesen können. Ebenso sollen Tipps zum interkulturellen Erleben der Stadt Siegen gegeben werden. Unsere Migrantenselbstorganisationen sollen nicht nur vorgestellt werden, im Idealfall sollen sie selbst bei Wunsch auch verstärkt Themen einbringen können. Dazu helfen regelmäßige Interviews, Reportagen oder Themenartikel dabei, den Blick auf aktuelle Fragen oder Problemstellungen zu richten.
Neben Neuem gibt es in dieser Ausgabe aber auch Altbewährtes zu finden: So sollen weder die Medienempfehlungen, noch der Rezepttipp oder das bewährte Adressverzeichnis fehlen, mit dem schnell wichtige Ansprechpersonen gefunden sind.
In dieser 20. Ausgabe stellt sich unter anderem der neugegründete Pflegeverein Siegen Onecare World e.V. vor und die ägyptische Gruppe und der Verein Litera e.V. sind mit Artikeln vertreten.
Im Rückblick präsentieren wir die Demokratiekonferenz, die interkulturellen Tage sowie die spannende Ausstellung der Uni Siegen zu Weber*innen im Iran. Die interkulturellen Tipps warten unter anderem mit einem neuen Sprachcafé und der Vorschau auf die Afrikatagung auf. Olena Vaylenko hat uns einen tollen Erfahrungsbericht zum Projekt „Lehrkräfte plus“ eingesendet. Und Micha Sommer vom Redaktionsteam hat sich mit Fatma Fatma Genç und Serpil Çöl vom Familiensportverein Geisweid getroffen, die im Interview der Ausgabe mit einigen Klischees aufräumen und den Frauensport des Vereins vorstellen, der sich im Umfeld des islamischen Zentrums Geisweid gegründet hat.
Bevor wir euch auf diese und viele weitere spannende Beiträge loslassen, möchten wir noch einer anderen Person Danke sagen: Danke an Hanna Prentki vom AWO Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe, die im Februar 2024 im Redaktionsteam der MiGazette begonnen hat und die es nun beruflich und privat nach München zieht. Hanna, wir wünschen dir auf deinem weiteren Weg alles Gute, bleib so, wie du bist!
Wir wünschen euch allen einen guten Start ins neue Jahr 2026 und viel Freude beim Lesen dieser Zeitschrift.
Euer Redaktionsteam

20. Ausgabe_MiGazette_2025
Alle Ausgaben finden Sie hier.

Not Done Yet: Koloniale Kontinuitäten

Not Done Yet: Koloniale Kontinuitäten

Ausstellung Museum für Gegenwartskunst Siegen
19.09.2025–25.01.2026

Geschichte reflektiert die Werte einer Gesellschaft und befindet sich zugleich in einem stetigen Wandel. Dabei nimmt die Sichtbarmachung der Deutschen Kolonialgeschichte und die Verflechtungen mit Geschichten anderer europäischer Kolonialmächte eine wichtige Rolle ein. Ausgangspunkt der Ausstellung Not done yet.Koloniale Kontinuitäten ist eine peruanische Silberschale, die durch den transatlantischen Sklavenhandel in den Besitz von Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604–1679) gelangte.

Im Jahr 1658 übergab er diese als Taufschale an die evangelische Kirchengemeinde Siegens, wo sie bis heute verwendet wird. Welchen Einfluss haben die Auswirkungen der Kolonialzeit auf die Nutzung und Wahrnehmung von Objekten? Die Künstler*innen Mariana Castillo Deball, patricia kaersenhout und Anina Major setzen sich mit dieser Fragestellung, dem Fortwirken von kolonialen Strukturen in unserer Gesellschaft und möglichen Formen einer künstlerischen Selbstermächtigung auseinander. Ihre Skulpturen, Videos und Zeichnungen machen diese Kontinuitäten in vielfältiger Weise sichtbar. Kunst wird zum Ankerpunkt um Widersprüche zu verhandeln und einen Raum für neue Perspektiven und Erfahrungen zu öffnen.

Mit Werken von
Mariana Castillo Deball
patricia kaersenhout
Anina Major

Kuratiert von Jessica Schiefer

 

Programm zur Ausstellung

7. November, 16 Uhr: Gespräch – Antikolonialer Spaziergang durch Siegen mit Lea Weckert und Jessica Schiefer
20. November, 18 Uhr: Kuratorinnenführung mit Jessica Schiefer
2. Dezember, 15 Uhr: Gespräch – Antikolonialer Spaziergang durch Siegen mit Lea Weckert
9. Dezember, 18 Uhr: Filmscreening und Gespräch zu „Der vermessene Mensch” mit Serge Palasie
16. Januar, 11 Uhr: Community-Workshop-Day. Gemeinsam Dekolonial Denken
17. Januar, 15 Uhr: Gespräch – Koloniale Kontinuitäten im Rahmen des Antikolonialen Spaziergangs durch Siegen mit Lea Weckert

Text © Museum für Gegenwartskuns Siegen
Bild © Keyvisual_Mariana Castillo Deball, Amarantus, 2021, Edition, Courtesy the artist and MGKSiegen

Filmscreening und Gespräch zu „Der vermessene Mensch“ mit Serge Palasie

Filmscreening und Gespräch zu „Der vermessene Mensch“ mit Serge Palasie

Not done yet. Koloniale Kontinuitäten

Im Berlin des späten 19. Jahrhunderts forscht der Ethnologe Alexander Hoffmann (Leonard Scheicher) an der Friedrich-Wilhelms-Universität. Bei der „Deutschen Kolonial-Ausstellung“ begegnet er der Dolmetscherin Kezia Kambazembi (Girley Charlene Jazama) aus „Deutsch-Südwestafrika“ und beginnt, die gängigen Rassentheorien zu hinterfragen. Nach dem Aufstand der Herero und Nama reist Hoffmann mit der kaiserlichen Armee nach Afrika. Offiziell sammelt er Artefakte, tatsächlich sucht er Beweise für seine Thesen – und Kezia. Vor Ort wird er Zeuge der brutalen deutschen Kolonialverbrechen und gerät selbst in moralische Konflikte, als er menschliche Überreste für die Forschung nach Berlin sendet (Spielfilm 2022, 1h56, Regie Lars Kraume).

Serge Palsie arbeitet als Fachpromotor Entwicklungspolitische Bildungsarbeit Fokus Afrika beim Eine Welt Netz NRW. Seine Schwerpunkte sind u.a. die Folgen der transatlantischen Umverteilungsgeschichte, wozu unfaire globale Handelsbeziehungen, Klimaungerechtigkeit und Rassismus zählen.

Ort: Foyer des Museums für Gegenwartskunst Siegen
Unteres Schloss 1, 57072.
Zeit: 9. Dezember 2025, um 18:00 Uhr
Eintritt frei.

Eine Veranstaltung von: Museum für Gegenwartskunst Siegen und Mediathek gegen Rassismus und Diskriminierung

Foto ©studiocanal

Rausländer – unsere Koffer sind gepackt

Rausländer – unsere Koffer sind gepackt

Lesung mit Waslat Hasrat-Nazimi

Der alltägliche Rassismus und seine tiefe Verwurzelung in unserer Gesellschaft zeigt sich nicht nur in «Ausländer raus»-Gesängen oder Hakenkreuz-Schmierereien im Straßenbild. Menschen mit internationaler Familiengeschichte sind regelmäßig Diskriminierung ausgesetzt, müssen Übergriffe fürchten und bangen um ihre Sicherheit. Frau Hasrat-Nazimi beleuchtet, wie Betroffene konkret diesen Hass erleben, welche Auswirkungen dies auf ihr alltägliches Leben hat und zunehmend von Angst, Ausgrenzung und einer allgemeinen Entfremdung geprägt wird. Sie kommt zu dem Schluss, dass sich immer mehr eingewanderte Menschen diesem nicht länger aussetzen wollen und sich in der Konsequenz von Deutschland abwenden. Die Autorin sucht nach Wegen, der zunehmenden Polarisierung und Hetze entgegenzuwirken und plädiert für eine Gesellschaft, die für Vielfalt und gegenseitigen Respekt steht.

Waslat Hasrat-Nazimi (geb. 1988) ist deutsch-afghanische Journalistin und Moderatorin. Sie leitet die Afghanistan-Redaktion der Deutschen Welle. Als Kind flüchtete sie mit ihrer Familie aus Afghanistan nach Deutschland, wo sie aufgewachsen ist. Heute nennt sie beide Länder ihre Heimat. Mit ihrer journalistischen Arbeit in beiden Ländern und der Erfahrung aus ihrer eigenen Integrationsgeschichte baut sie Brücken zwischen beiden Kulturen – nah dran an den Themen afghanischer Menschen weltweit. Für ihr Bemühen um die Verbesserung der schwierigen politischen Situation und ein besseres Verständnis zwischen den Völkern wurde sie 2015 als erste afghanische Journalistin mit dem „Rumi Appreciation Award“ ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrer Familie in Bonn.

Im Anschluss an die Lesung besteht die Gelegenheit zur Diskussion und gegenseitigem Austausch.

  • Wann: Donnerstag, 27.11.2025, 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)
  • Wo: BlueBox Siegen, Sandstr. 54, 57074 Siegen
  • Der Eintritt ist frei.

„Bluebox“ des Stadtjugendring Siegen e. V.
Kommunale Integrationszentrum Kreis Siegen-Wittgenstein
Mediathek gegen Rassismus und Diskriminierung von VAKS e. V.